Aufrufe
vor 5 Monaten

139_next_06_2022

  • Text
  • Region
  • Magazin
  • Juni
  • Koblenz
  • Stadt
  • Menschen
  • Veranstaltungen
  • Beginn
  • Sommer
  • Juli
  • Next.de

06‘22

06‘22 Finanzen DAS MAGAZIN FÜR DIE REGION DIE BESTEUERUNG VIRT Nach einem Entwurf im Juni 2021 und einer nachfolgenden Anhörung verschiedener Verbände der Krypto-Community wird das finale Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) nun nach langer Wartezeit veröffentlicht - 13 Jahre nach dem Start des Bitcoin 2009. Mit diesem Schreiben hat das BMF nun seine mit den Ländern abgestimmte Auffassung zur Besteuerung von virtuellen Währungen und sonstigen Token veröffentlicht. Damit liegt erstmals eine bundesweit einheitliche Verwaltungsanweisung vor. Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether sind keine gesetzlichen Zahlungsmittel. Stattdessen stuft das Bundesfinanzministerium Bitcoin und alle anderen der mittlerweile über 18.000 digitalen Währungen als privates Geld ein. Rechtlich gelten sie damit als „anderes Wirtschaftsgut“ und werden daher auch anders behandelt als beispielsweise Gewinne aus Aktiengeschäften. Denn bei Aktiengewinnen handelt es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen. Das bringt einen großen Vorteil für Krypto-Anleger mit sich: Da ihr Gewinn nicht als Kapitalertrag gewertet wird, fällt auch keine Abgeltungssteuer an. Verkauft ein Anleger seine Krypto-Anteile privat, fällt diese Transaktion unter die privaten Veräußerungsgeschäfte. Dazu zählt auch der Tausch in andere Kryptowährungen: Will ein Anleger also Gewinne aus einem bestimmten Altcoin in Bitcoin wechseln oder anders herum, muss der Tausch ebenfalls in der Steuererklärung vermerkt werden. Bitcoin und Co. haben aktuell eine einjährige Spekulationsfrist. Das bedeutet: Halten Anleger ihre Coins für ein Jahr in ihrer Wallet, ist der Verkauf nicht steuerpflichtig. Verkaufen Anleger ihre Anteile hingegen vor dem Verstreichen dieser Frist, muss der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Hier gilt: Zu versteuern ist nicht das gesamte Investment, sondern die Differenz zwischen dem erzielten Verkaufspreis und den Anschaffungskosten. Bei der Versteuerung von Kryptowährungen gilt außerdem – wie bei allen privaten Veräußerungsgeschäften – eine Freigrenze von 600 Euro pro Jahr. Neuestes Schreiben des BMF zu Krypto-Währungen Neben Definitionen für virtuelle Währungen und Token (hier zusammengefasst als Krypto Assets) werden auch die Begriffe Mining, Staking, Lending, Airdrops, Wallets, Masternodes, Forks und ICOs im neuesten Schreiben des BMF eingeführt und erläutert. Dieser Ansatz, begriffliche Klarheit zu schaffen ist wichtig, um Diskussionen zwischen Steuerberatern und Veranlagungsplätzen über kurze Zeit zu erleichtern. Zugleich werden Sonderfälle und neue Innovationen auch künftig Anlass für Erläuterungsbedarf bezüglich der technischen Vorgänge bieten. Das BMF wird die Entwicklung kontinuierlich begleiten und gegebenenfalls mit Aktualisierungen reagieren müssen. 38

Anzeige UELLER WÄHRUNGEN Nach Ansicht des BMF stellt jede Einheit eines Krypto Assets ein Wirtschafsgut dar, das regelmäßig dem Inhaber des „Private Key“ zuzurechnen ist. Folgt man der Ansicht des BMF, ist jede Veräußerung bzw. jeder Tausch – nicht nur in Fiat-Währung, sondern auch in eine andere Kryptowährung – stets ein steuerlich realisierender Vorgang. Das BMF hält damit an der Besteuerung des Tausches von Krypto Asset zu Krypto Asset fest. Damit geht Deutschland einen Weg, der in anderen EU-Ländern wie z.B. Österreich oder Frankreich nicht geteilt wird; dort wird erst bei Rücktausch in eine Fiat-Währung besteuert. Die angestrebte präzisere Besteuerung und theoretisch größere Steuergerechtigkeit stellt jedoch ein praktisches Erhebungsproblem für die Finanzämter dar, die über den Handel von Krypto-zu-Krypto in vielen Fällen keine Erkenntnisse erlangen werden. Auch eine möglichst greifbare Abgrenzung zwischen gewerblichem Handel mit Krypto Assets und privater Vermögensverwaltung konnte das neueste Schreiben des BMF nicht vollständig erfüllen. Es verweist im Kern auf die Abgrenzung für gewerbliche Wertpapierhändler. Danach ist der An- und Verkauf von Krypto Assets für sich allein, auch wenn er einen erheblichen Umfang annimmt und sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, noch nicht ausreichend für die Annahme von Gewerblichkeit, „solange er sich in den gewöhnlichen Formen, wie sie bei Privatleuten die Regel bilden, abspielt“ Überraschend für die Branche: Während das BMF im ursprünglichen Entwurf für die Ermittlung des Veräußerungsgewinns die First-in-First-out Methode (FiFo) zur Bestimmung der Verbrauchsreihenfolge vorsah, dürfen Steuerpflichtige nun nach eigener Wahl alternativ auch die Durchschnittsmethode anwenden. Schließlich werden auch die für Krypto Assets so prägenden Vorgänge der Blockerstellung näher behandelt. Bei der Erzielung von Einkünften aus der Blockerstellung im sog. Proof-of-Work Verfahren (oft als „Mining“ bezeichnet) geht das BMF grundsätzlich von einer gewerblichen Tätigkeit der hier tätigen Steuerpflichtigen aus. Dabei gelten neu erstellte Einheiten nach Ansicht des BMF als „angeschafft“ und sind entsprechend zu bilanzieren. Insbesondere für private (passive) Investoren ist das Schreiben somit sehr erfreulich. Die Steuerfreiheit für ein Investitionsobjekt nach einem Jahr Haltedauer dürfte Krypto Assets im Vergleich zu traditionellen Anlagegütern steuerlich sehr attraktiv machen. Zugleich wird das BMF-Schreiben nicht als Motor für Innovationen der Branche angesehen werden können. Neuere Entwicklungen wie beispielsweise die zuletzt viel beleuchteten Non-Fungible-Token (NFTs) wurden darin nicht behandelt. Foto: Markus Mainka – stock.adobe.com 39 Steuer´ deine Zukunft! WIR SUCHEN DICH zur Verstärkung unseres Teams als Steuerfachangestellte Steuerfachwirte und Bilanzbuchhalter ( m/w/d) Dein Aufgabengebiet wird neben laufenden Buchhaltungstätigkeiten auch die Erstellung von Jahresabschlüssen sowie die Bearbeitung privater Steuererklärungen umfassen; Lohnkenntnisse wären wünschenswert. Dich erwartet eine abwechslungsreiche Tätigkeit und ein angenehmes Arbeitsklima in einem jungen Team. Gute Vertragsbedingungen und Fortbildung sind bei uns selbstverständlich. Arbeitsklima, Fortbildung und die persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter sind uns wichtig Wir freuen uns auf deine Bewerbung! FRANK & STEFFENS STEUERBERATER PARTNERSCHAFT MBB Auf dem Schafstall 5 56182 Urbar bei Koblenz Telefon 0261 96268-0 Fax 0261 96268-55 info@frank-steffens.de www.frank-steffens.de

Magazin NEXT Archiv

Region Magazin Juni Koblenz Stadt Menschen Veranstaltungen Beginn Sommer Juli www.magazin-next.de

Magazin NEXT News

News aus der Region