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02‘17

02‘17 Interview Das Magazin für die Region Interview mit Martin Rütter Mit seinem neuen Programm nachSITZen am 16. März auch in Koblkenz Herr Rütter, wie sind Sie eigentlich auf den Hund gekommen? Ich hatte schon immer einen engen Draht zu Hunden, obwohl ich als Kind keinen Hund haben durfte, da meine Eltern auch heute noch jedes Tier als überflüssig ansehen, das man nicht auf den Grill legen und essen kann. Ich habe aber bereits in meiner Jugend die Hunde der Nachbarn ausgeführt und die Hunde meiner Tante Thea ohnmächtig gekrault. Sie hatte in den 80er Jahren eine Art Pflegestelle für gestrauchelte Tiere – und sie besaß die außergewöhnliche Gabe, Hunde, die anfangs noch ganz wunderbar waren, binnen weniger Wochen dermaßen verrückt zu machen, dass man das Haus nicht mehr angstfrei betreten konnte. Mich hat schon damals brennend interessiert, warum so viele Menschen um mich herum Probleme mit ihren Hunden hatten. Man kann sich bei Ihnen auch als DOGS Coach ausbilden lassen, was ist dazu notwendig? Und erzählen Sie uns doch etwas über DOGS! Um ein guter Hundetrainer zu werden, ist die Freude am Umgang mit Hunden aber vor allem mit Menschen nötig. Ich glaube sogar, dass ein guter „Hundetraineranwärter“ in erster Linie Lust auf Menschen haben muss und dass er viel besser verstehen muss, wie Menschen funktionieren als Hunde. Ich sehe das auch bei unseren Bewerbern für die Ausbildung zum Hundetrainer. Es gibt Bewerbungen, die fangen sinngemäß an: Die Menschen haben mich immer enttäuscht, aber die Hunde sind’s. Das geht unbeantwortet in den Mülleimer, weil der Bewerber nicht verstanden hat, was es bedeutet, Hundetrainer zu sein. Bei meiner Trainingsphilosophie DOGS steht die Individualität im Vordergrund. So sagt schon der Name „Dog Orientated Guiding System“ (am Hund orientiertes Führungssystem), dass sich das Training an den jeweiligen Bedürfnissen des Hundes orientiert. Der Schwerpunkt für den Hundetrainer in spe liegt also darin, den Hund und den Mensch einschätzen zu können, um dann ein ganz individuell ausgerichtetes Trainingskonzept zu entwerfen. Ziel eines DOGS Hundetrainers sollte immer sein, ein harmonisches Mensch-Hund-Team, also ein Team, in dem sich beide Partner aufeinander verlassen können und sich gegenseitig vertrauen, zu schaffen. Am 16. März kommen Sie mit ihrem neuen Live-Programm „nachSITZen“ auch nach Koblenz in die Conlog-Arena und geben darin Antworten auf viele Fragen verzweifelter Hundebesitzer. Welche beschäftigen die meisten? Die Fragen beziehen sich meisten auf die Unverträglichkeit mit Artgenossen, das Bellen an der Haustür oder aber das Ziehen an der Leine. All das sind jedoch Probleme, die zumeist erst deswegen entstanden sind, weil der Mensch das Verhalten und die Kommunikation seines Vierbeiners fehldeutet. Wo sehen Sie die Schwächen der Hundebesitzer im Umgang mit ihren Tieren? Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich, denn jeder Hund ist ein Individuum. So kann es sein, dass ich Halter A etwas vollkommen anderes rate als Halter B, obwohl es um die Lösung eines ähnlichen Problems geht. Ich rate generell immer, drei entscheidende Kardinalfehler zu vermeiden. Die extreme Vermenschlichung, denn diese schürt Erwartungen, die der Hund niemals 34

Interview Das Magazin für die Region 02‘17 erfüllen kann. Ein Hund kann nicht denken und handeln wie ein Mensch. Dazu kommt mangelnde Konsequenz. Menschen stellen Regeln auf, gehen dann aber zu lax mit diesen um. Immer sonntags darf der Hund mit am Frühstückstisch sitzen und bekommt sein Leberwurstbrötchen, an den anderen Tagen aber nicht. Das kapiert kein Hund und verunsichert ihn nur. Ein Hund benötigt klare Regeln, nur so kann er Vertrauen zu seinem Menschen aufbauen und sich auch in schwierigen Situationen auf ihn verlassen. Und ein weiteres Problem ist die mangelnde Beschäftigung. Hunde benötigen körperliche und geistige Auslastung. Was macht Hundebesitzer aus? Im Grunde gibt es ein Kriterium, das nahezu alle Hundehalter vereint: Die unglaubliche Emotionalität beim Thema Hund. Die Menschen lieben ihre Vierbeiner, bedingungslos und ohne Wenn und Aber. Eine schöne Sache, wie ich finde. Letztlich ist es aber so, dass jeder Hund und auch jeder Mensch eine eigenständige Persönlichkeit darstellt, mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen und Charaktereigenschaften. Insofern hat auch jedes Mensch-Hund-Team seine ganz individuelle Note. Und wofür schätzen Sie Hunde am meisten? Fasziniert hat mich von Anfang an diese unglaubliche Abwechslung. Die Hundewelt besteht aus derart unerschöpflicher Vielfalt, dass es nie langweilig wird. Hinzu kommen klassische Hundeeigenschaften, wie Hartnäckigkeit, Geduld und diese starke Bindung zum Menschen sowie die ausgezeichnete Beobachtungsgabe, die mich begeistern. Wir Verlosen 3x2 TICKETS für den 09.12. Teilnahme bis 28.02.2017 per Email an verlosung@magazin-next.de Betreff: Martin Rütter Im TV kennt man Sie ja durch die Sendung „Der Hundeprofi“, welcher Fall hat Ihnen am meisten Spaß bereitet und welcher war die größte Herausforderung? Ganz absurd und spaßig zugleich war es mal, als der Mann drei Jahre lang auf der Couch geschlafen hat, weil der Hund ihn nicht mehr zu Frauchen ins Schlafzimmer gelassen hat (lacht). Die Schwierigkeit lag aber nicht am Hund, sondern an Frauchen – nämlich sie zu überzeugen, das zu ändern. Denn im Ernst, die Hürde besteht ja häufig darin, bei den Leuten überhaupt ein Bewusstsein zu schaffen, dass sie etwas falsch machen, dass sie mit ihrem Verhalten dem Hund nichts Gutes tun. Bedeutet: Es ist fast nie der Problemhund, sondern der Mensch, der seine Einstellungen und Verhaltensweisen überdenken und verändern muss. Und zuletzt noch ein Tipp an alle Hundebesitzer unter unseren Lesern: Auf was ist bei den winterlichen Temperaturen zu achten? Grundsätzlich übernimmt das Fell alle notwendigen Funktionen zum Schutz vor den aktuell niedrigen Temperaturen. So benötigen Hunde in der Regel auch keine Kleidung. Ausnahme hiervon sind sogenannte Hundedecken oder -mäntel, welche gerade z.B. kranke oder alte Hunde bei großer Kälte schützen können. Fotos: by Marc Rehbeck 35

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